Personalvermittlung gründen

von | Nov 12, 2021 | Unternehmensgründung | 0 Kommentare

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Lesezeit: 5 Minuten

Als Personalberater oder Headhunter durchstarten

Für Arbeitgeber ist das Suchen von dringend benötigten Mitarbeitern oftmals zeitaufwendig und nervenaufreibend. Hier kommen Personalvermittler ins Spiel. Wer eine Personalvermittlung gründen will, hat derzeit gute Aussichten auf Erfolg, da in vielen Branchen händeringend Fachkräfte gesucht werden. Auch in Zukunft wird es aller Voraussicht nach ein einträgliches Geschäft bleiben, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenzuführen. Wer einige wesentliche Punkte beachtet, kann hier eine vielversprechende berufliche Zukunft finden.

Welche persönlichen Voraussetzungen sind nötig, um eine Personalvermittlung zu gründen?

Die gute Nachricht zuerst: Es ist nicht zwingend vorgeschrieben, eine bestimmte Ausbildung oder einen bestimmten Studiengang zu absolvieren, wenn man eine Personalvermittlung gründen oder selbstständiger Headhunter werden will. Allerdings ist es sinnvoll, mit betriebswirtschaftlichen Themen vertraut zu sein. Ein Studium mit wirtschaftswissenschaftlichem Fokus ist hier eine gute Voraussetzung, da man dann bei der alltäglichen Arbeit in der Personalvermittlung oft auf die dort gelehrten Inhalte zurückgreifen kann. Im Rahmen des BWL-Studiums kann man sich sogar auf den Bereich HR (Human Resources) spezialisieren. Aber auch andere Ausbildungsarten wie beispielsweise bei der IHK können das benötigte Fachwissen vermitteln.

IHK Prüdungsdokument - Personalvermittlung gründen, wirtschaftswissenschaftliche Bildung

© Gundolf Renze – stock.adobe.com

Zusätzlich sollte sich der Leiter eines Personaldienstleisters gut im Arbeitsrecht auskennen, da sich Fragestellungen aus diesem Bereich täglich stellen. Darüber hinaus sollte man praktische Erfahrungen in einem Unternehmen gesammelt haben – vielleicht sogar in der Führung von Mitarbeitern. Und wie bei allen Berufen, in denen es um Menschen geht, sind neben der fachlichen Qualifikation natürlich gerade im Bereich HR Soft Skills wie Empathie, Menschenkenntnis und gute Kommunikationsfähigkeit gefordert.

Junge Frau im Büro kommuniziert per Headset, Videokonferenz - Personalvermittlung gründen

© Bojan – stock.adobe.com

Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen gegeben sein, um als Vermittler von Personal tätig zu sein?

Wer eine Personalvermittlung gründet, der betreibt ein Gewerbe und benötigt daher einen Gewerbeschein. Das ist ein einseitiges Formular, das man im Gewerbeamt der zuständigen Gemeinde bekommt. Darüber hinaus ist für alle Gewerbetreibenden die Mitgliedschaft in der IHK Pflicht. Zusätzlich erfolgt eine Anmeldung beim Finanzamt, das allen Personen, die ein Gewerbe angemeldet haben, einen Fragebogen zukommen lässt. Dort muss eingetragen werden, auf welche Weise das Geld eingenommen werden soll und wie hoch die zu erwartenden Umsätze sind. Diese Angaben sind dann die Grundlage, um zu berechnen, wieviel und in welchen Abständen künftig Umsatzsteuer im Voraus zu leisten ist.

In diesen Fragebogen muss auch eingetragen werden, welche Rechtsform die Personalvermittlung haben soll. Wenn Sie die Existenzgründung alleine anstreben, dann ist ein Einzelunternehmen erst einmal der einfachste Weg. Zu zweit käme auch eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) infrage. Weitere Möglichkeiten sind die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) und die UG (Unternehmergesellschaft). Die Entscheidung für die jeweilige Rechtsform hat große Auswirkungen, beispielsweise auf steuerliche Aspekte, die Art und Höhe der Haftung und sollte im Vorfeld gründlich abgewogen werden.

Symbolbild GmbH

© andyller – stock.adobe.com

Wichtig: Erstellen Sie unbedingt einen Businessplan, bevor Sie eine Personalvermittlung gründen

Wer eine Personalvermittlung gründen will, die auf einem soliden Fundament steht, sollte sich auch mit dem Thema Businesspläne auseinandersetzen. Legen Sie im Vorfeld alle wichtigen Parameter dar. Wie lauten konkret die Geschäftsidee und die Strategie? Welche Kunden will ich ansprechen? Warum sollten diese mich und keine andere Personalvermittlung beauftragen? Welche Ausgaben und Einnahmen erwarte ich? Welche Rechtsform passt am besten zu mir? Diese Eckpunkte sollten Sie im Vorfeld Ihrer Unternehmung in einem Geschäftsplan festhalten, bevor Sie sich an die Arbeit machen. Diesen werden Sie auch benötigen, wenn es vielleicht einmal geboten sein sollte, Investoren mit ins Boot zu holen oder Kredite aufzunehmen.

Businessplan-Paket Personalberatung und -Vermittlung / Head Hunter

Was unterscheidet einen Personalvermittler von einem Personalberater und einem Headhunter?

Ein Personalberater ist ein Berater, der das jeweilige Unternehmen über die reine Vermittlung von Personal hinaus in allen Fragen berät, die mit den Themen Fachkräfte und Human Resources zu tun haben. Die Arbeit des Personalberaters ist nicht getan, wenn er Fachkräfte erfolgreich vermitteln konnte. Er kümmert sich im Anschluss an die Personalvermittlung auch um den Bereich Personalentwicklung, wenn es etwa um die Steigerung der Mitarbeitermotivation geht. Wer eine Personalvermittlung gründet, befasst sich hingegen dezidiert mit der reinen Vermittlung von neuen Mitarbeitern.

Headhunter spezialisieren sich darauf, besonders begehrtes Personal wie etwa Führungskräfte zu vermitteln. Dazu ist es mitunter nötig, diese hochqualifizierten Fachkräfte aus anderen Firmen abzuwerben, was dort natürlich nicht sehr gern gesehen wird, aber gesamtwirtschaftlich zu erhöhter Markteffizienz führen kann.

Online Video Call, vielleicht im Bereich Job-Vermittlung

© insta_photos – stock.adobe.com

Wie sehen nun die ersten Schritte als selbstständiger Personalvermittler aus?

Nachdem es Ihnen gelungen ist, eine Personalvermittlung zu gründen, können Sie sich direkt an die Arbeit machen. Ein eigenes Büro ist zumindest in der Anfangsphase nicht unbedingt nötig; die Termine können direkt bei den potenziellen Kunden vereinbart werden. Ein Büro kann später immer noch angeschafft werden.

Wichtiger als das Büro ist am Anfang natürlich die Akquise von Kunden. Das ist nicht so leicht, da größere Unternehmen in der Regel selbst Fachkräfte für die Rekrutierung und Entwicklung von Mitarbeitern im Haus haben. So müssen gute Präsentationen vorbereitet werden, die im jeweiligen Unternehmen oder auf Messen vorgestellt werden können. Als Dienstleister auf Kundensuche ist es prinzipiell wichtig, einem Interessenten schnell und klar den Mehrwert darstellen zu können, den man dem Unternehmen bietet. Zeit ist Geld und mit unkreativer Ansprache wird dies nur selten gelingen. Angenehmer als die oftmals schwierige Kaltakquise ist es, für einen bereits suchenden Kunden leicht auffindbar zu sein. Hier kommt eine überzeugende Internetpräsenz ins Spiel, die von Online Marketingmaßnahmen begleitet werden sollte.

Ihr Ruf als Personalvermittler ist am engsten verknüpft mit der Qualität des Personals, welches Sie vermitteln. Noch bevor Sie als Spezialist für Personalvermittlung Kunden akquiriert haben, können Sie schon selbstständig damit beginnen, qualifizierte Arbeitskräfte auf Jobsuche zu finden und diese in Ihre Datenbank zur Vermittlung aufzunehmen. Es macht wenig Sinn, als Personalvermittler auf Kundensuche zu gehen, wenn gar kein Personal zur Verfügung steht. Der Mehrwert, den Sie einem Unternehmen bieten, ist in der Regel ein Wissensvorsprung, nämlich darüber, wer überhaupt am Markt verfügbar ist, und auch genaue Kenntnisse über diese potenziellen Mitarbeiter.

Um vakante Stellen zu finden und als Vermittler suchenden Unternehmen qualifizierte Arbeitnehmer anzubieten, können Sie natürlich dieselben Wege wählen wie Arbeitssuchende, indem Sie Stellenanzeigen in allen verfügbaren Medien recherchieren und vor allem alle gängigen Jobportale nutzen. Diese stellen auf der einen Seite für Personaldienstleister und selbstständige Headhunter eine Konkurrenz dar, sind auf der anderen Seite aber auch eine wichtige Recherchequelle. Und Sie heben sich von Jobportalen dadurch ab, dass Sie konkret auf Bewerber mit interessantem Profil zugehen und diese viel zielgerichteter und individueller betreuen können als es ein Jobportal vermag. Somit können Sie später für Kunden eher das passende Personal finden.

Jemand hat am Laptop ein Jobsuch-Portal geöffnet

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Bildquelle Beitragsbild: © Coloures-Pic – stock.adobe.com

 

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