Selbstständig machen und Immobilienmakler werden

von | Okt 31, 2023 | Unternehmensgründung | 0 Kommentare

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Lesezeit: 12 Minuten

Sie möchten sich als Immobilienmakler selbstständig machen und suchen nach Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten, Voraussetzungen und dem Einkommen von Immobilienmaklern? Dann lesen Sie weiter. Sie erfahren alles, was Sie rund um die Selbstständigkeit als Immobilienmakler wissen müssen und erhalten viele hilfreiche Tipps. Und mit der Businessplan Vorlage für Immobilienmakler können Sie direkt in die Planung einsteigen.

Was macht ein Immobilienmakler?

Als selbstständiger Immobilienmakler vermitteln Sie Immobilienobjekte an potentielle Käufer oder Mieter. Ob freistehende Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Villen, Gewerbeflächen oder Wohnungen: Immobilienmakler schlagen die Brücke zwischen den Immobilienbesitzern, die ein Objekt verkaufen wollen und den Interessenten, die eine entsprechende Immobilie mieten oder erwerben möchten.

Zu Ihren Aufgaben gehört die Suche nach entsprechenden Immobilien sowie die Organisation und Durchführung von Besichtigungen und Terminen. Sie bewerten die Immobilien, ermitteln die passenden Preise und erstellen ansprechende Objektbeschreibungen (Exposés) anhand von Vergleichsobjekten und Marktanalysen. Darüber hinaus beschaffen Sie die für den Verkauf notwendigen Unterlagen wie Grundbuchauszüge, kommunizieren mit potenziellen Käufern und bereiten Kaufverträge in Absprache mit dem Notar vor.  Oftmals bieten Makler heutzutage ein erweitertes Dienstleistungsportfolio an, das auch die Finanzierungsabwicklung und weitere Servicedienstleistungen (z. B. Umzugsservice oder Küchenplanung) umfasst.

Formale Voraussetzungen

Bei einer Tätigkeit als Makler handelt es sich um ein erlaubnispflichtiges Gewerbe. Bevor Sie sich als Immobilienmakler selbstständig machen dürfen, müssen Sie daher ein Gewerbe anmelden. Außerdem benötigen Sie eine Maklererlaubnis auch Gewerbeerlaubnis genannt.

Gewerbeschein

Die Beantragung des Gewerbescheins erfolgt beim zuständigen Gewerbeamt. Sobald Sie Ihre selbstständige Tätigkeit als Immobilienmakler dort anmelden, wird Ihnen ein Gewerbeschein ausgestellt. Die Kosten für den Gewerbeschein liegen zwischen 10 und 65 EUR je nach Gemeinde. Im Anschluss an die erfolgreiche Gewerbeanmeldung wird Ihnen ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister zugesandt. Dieser Auszug ist ein erforderliches Dokument für die Beantragung der Maklererlaubnis.

Maklererlaubnis (Gewerbeerlaubnis)

Laut Gewerbeordnung (GewO) benötigen Sie als Makler eine Erlaubnis, um „gewerbsmäßig den Abschluss von Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, gewerbliche Räume oder Wohnräume vermitteln“ zu dürfen. (siehe § 34c Gewerbeordnung Absatz 1 Satz 1)

Die Gewerbeerlaubnis gemäß § 34c GewO dient dazu, Ihre persönliche Zuverlässigkeit und geordnete finanzielle Verhältnisse zu überprüfen. Den Antrag stellen Sie bei der zuständigen Kreisverwaltung oder dem Landratsamt. Um die Erlaubnis zu erhalten, müssen u.a. folgende Unterlagen eingereicht werden:

  • Gewerbeschein
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts
  • Auszug aus der Schuldnerkartei des zuständigen Amtsgerichts
  • Bescheinigung des Insolvenzgerichts
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung
GUT ZU WISSEN: Die Gewerbeerlaubnis kann je nach Anzahl und Umfang Ihrer Tätigkeiten zwischen 300 und 2400 EUR kosten und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Immobilienmakler zu werden.

Persönliche Voraussetzungen

Persönlich sollten Immobilienmakler freundlich, empathisch, offen und kontaktfreudig sein. Außerdem sind Verhandlungsgeschick, Einfühlungsvermögen und Geduld wichtig, um mit Kunden, Handwerkern und Banken erfolgreich interagieren zu können. Je nach Region können auch Fremdsprachenkenntnisse zum Beispiel in Englisch notwendig sein, um Objekte auch nicht deutschsprachigen Interessenten zeigen zu können.

Ein persönliches Netzwerk ist hilfreich für einen erfolgreichen Start als Makler. Um den lokalen Immobilienmarkt im Blick zu halten und rasch potenzielle Kunden zu erreichen, ist es wichtig, der Konkurrenz bei der Auftragsakquise einen Schritt voraus zu sein. Attraktive Objekte im Portfolio und eine schnelle Vermittlung an Kunden sind entscheidend für den Erfolg.

TIPP: Prüfen Sie, ob eine Spezialisierung auf eine bestimmte Art von Immobilien, zum Beispiel gewerbliche Objekte, Familien-Wohnhäuser oder etwa Luxusimmobilien in Ihrer Region Sinn macht.

Fachliche Voraussetzungen

Wer Immobilienmakler werden möchte, benötigt keine spezielle Qualifikation. Die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt, so dass auch keine offizielle Ausbildung zum Immobilienmakler existiert. Der Beruf des Immobilienmaklers ist insofern auch sehr gut für Quereinsteiger geeignet.

Um erfolgreich zu werden und einen professionellen Eindruck bei Gesprächen mit Ihren Geschäftspartnern zu hinterlassen, sollten Sie jedoch Knowhow und Fachkenntnisse im Immobilienmarkt mitbringen. Dazu gehört grundlegendes Wissen im Bau- und Mietrecht sowie in den rechtlichen Aspekten von Grundbuch, Notar und Vertragsgestaltung. Sie sollten außerdem in der Lage sein, Fragen zu Gebäudeversicherungen zu klären und den realistischen Wert einer Immobilie zügig und präzise einschätzen können.

GUT ZU WISSEN: Seit 2018 besteht durch das „Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter“ eine Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler. Innerhalb von 3 Jahre sind 20 Stunden Weiterbildung nachzuweisen.
Für Immobilienmakler*innen Für Wohnimmobilienverwalter*innen
Kundenberatung, Grundlagen der Immobilienwirtschaft,
Grundlagen des Maklergeschäfts, rechtliche Grundlagen,
rechtliche Grundlagen, kaufmännische Grundlagen,
Wettbewerbsrecht, Verwaltung von Wohnungseigentumsobjekten,
Verbraucherschutz, Verwaltung von Mietobjekten,
Grundlagen Immobilien und Steuern, technische Grundlagen der Immobilienverwaltung,
Grundlagen der Finanzierung. Verbraucherschutz.

Tabelle: Mögliche Inhalte der Weiterbildungen für Immobilienmakler (Quelle: IHK Frankfurt)

Ausbildungswege eines selbstständigen Immobilienmaklers

Oft erfolgt der Einstieg ins Immobilien-Maklergeschäft über eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann (mit dem Schwerpunkt „Immobilienvermittlung“) oder ein Studium im Bereich Immobilienwirtschaft oder Immobilienmanagement. Die drei gängigsten Bildungswege zum Immobilienmakler sind:

  • Ausbildung
  • Studium
  • Lehrgänge

Immobilienmakler durch Ausbildung

Es gibt einige Ausbildungsberufe, die eine gute Basis für eine Tätigkeit als Immobilienmakler bzw. Immobilienmaklerin bieten. Dazu gehören die Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau mit anschließender Weiterbildung zum Immobilienfachwirt oder zur Immobilienfachwirtin oder zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau. Auch eine kaufmännische Ausbildung im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen legt einen soliden Grundstein für diesen Beruf.

GUT ZU WISSEN: Ein Lehrgang zum Immobilienfachwirt (IHK) kann sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend absolviert werden. Eine Zulassung zur Prüfung erfolgt nach Vorlage eines Ausbildungsnachweises in der Immobilienwirtschaft oder durch Nachweis von mindestens fünf Jahren beruflicher Praxis mit Bezug zur Immobilienwirtschaft.

Immobilienmakler durch Studium

Eine Spezialisierung auf Immobilien durch ein Studium der Immobilienwirtschaft oder des Immobilienmanagements ist ebenso möglich wie ein Studium in wirtschaftlichen Fachrichtungen wie Betriebswirtschaftslehre oder Baumanagement. Abschlüsse wie “Bachelor Immobilienwirtschaft” oder “Bachelor Immobilienmanagement” können auch im Fernstudium oder durch duale Studiengänge erlangt werden.

Immobilienmakler durch Lehrgänge

Wenn Sie aus einem anderen Berufsfeld kommen oder Ihr bereits erworbenes Wissen erweitern möchten, bietet sich eine Weiterbildung zum Immobilienmakler oder zur Immobilienmaklerin an. Solche Weiterbildungen werden beispielsweise von Industrie- und Handelskammern (IHK) oder auch als Fernlehrgänge und Fernstudiengänge angeboten und liegen preislich meist zwischen 1.000 und 3.000 Euro.

Kosten der Selbstständigkeit als Immobilienmakler

Die Kosten für eine Selbstständigkeit als Immobilienmakler sind überschaubar, vor allem wenn Sie bereits eine entsprechende Ausbildung mitbringen. Zu den Gründungskosten gehören die Kosten für die Fortbildung zum Immobilienmakler, die Gewerbeanmeldung und die Maklererlaubnis. Berücksichtigen Sie jedoch auch laufende Kosten wie Büromiete, Versicherungen, Marketing- und Werbemaßnahmen. Zusätzliche Kosten können durch Mitgliedschaften in Berufsverbänden, wie dem IVD oder dem BVFI entstehen. Informieren Sie sich vorab über die zu erwartenden Kosten und erstellen Sie einen detaillierten Businessplan, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Wenn Sie sich als Immobilienmakler selbstständig machen, sollten Sie mit einem Startkapital von mindestens 10.000 EUR rechnen, um folgende Kosten zu decken:

  • Ausbildung und Testgebühr bei der IHK ca. 3.000 €
  • Gewerbeschein und die notwendige Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung ca. 300 -2400 Euro (je nach Anzahl und Umfang der Tätigkeiten, Rechtsform und Region)
  • Kosten für Rechtsberatung, Büroausstattung, IT-Ausrüstung inklusive Maklersoftware (z. B. für Exposés), Visitenkarten, Briefpapier, Stempel ca. 5000-7000 EUR
  • Wenn Sie auch ein Firmenfahrzeug benötigen, können die Kosten schnell deutlich höher liegen.

Verdienstmöglichkeiten und Provision

Das Einkommen eines selbstständigen Immobilienmaklers ist die Maklergebühr (auch Provision genannt) und die hängt vom Erfolg ab. Wenn Sie viele Immobilien verkaufen, verdienen Sie gut. Im umgekehrten Fall aber eben auch mal gar nichts. Die Provisionssätze variieren je nach Bundesland und bewegen sich in der Regel zwischen 3,57 % und 7,14 % des Verkaufspreises. In den alten Bundesländern beträgt das Monatsbruttogehalt eines Maklers zwischen 3.000 € und 3.500 €, in den neuen Bundesländern zwischen 2.500 € und 3.000 €. In einem florierenden Immobilienmarkt kann ein erfolgreicher Makler je nach Standort und vereinbarten Provisionssätzen schnell ein Jahresbruttoeinkommen von 60.000 € erzielen. Bundesweit liegt die Courtage bei privaten Immobilien und Grundstücken meist zwischen 5,95 % und 7,14 % des Kaufpreises, bei privaten Vermietungen bei zwei Netto-Kaltmieten. Bei gewerblichen Transaktionen gibt es keinen festgelegten Prozentsatz, hier wird individuell zwischen Auftraggeber und Makler verhandelt.

Businessplan und Finanzen

Ein durchdachter Businessplan und ein solider Finanzplan sind essentielle Instrumente für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit als Immobilienmakler. Der Businessplan dient als Leitfaden und gibt einen klaren Überblick über Ihr Geschäftskonzept, die Zielgruppe, die Marketingstrategie sowie die langfristigen Ziele. Er erleichtert die Planung und hilft dabei, die Geschäftsidee strukturiert umzusetzen. Ein gut ausgearbeiteter Finanzplan gibt wiederum Aufschluss über die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben und hilft, die finanzielle Tragfähigkeit des Vorhabens realistisch einzuschätzen. Er ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können. Zudem sind ein professioneller Business- und Finanzplan oft Voraussetzung, um Finanzierungen oder Fördermittel zu erhalten.

Wichtige Inhalte im Businessplan für einen Immobilienmakler
Zielgruppe definieren

Um als Immobilienmakler erfolgreich zu sein, ist es wichtig, eine Zielgruppe zu definieren. Dies könnte beispielsweise der Verkauf oder die Vermietung von Wohnungen, Häusern, Luxus-Immobilien oder altersgerechten Wohnungen sein. Die Festlegung der Zielgruppe hilft dabei, Marketing- und Verkaufsstrategien effektiver zu gestalten, da die Bedürfnisse und Wünsche einer spezifischen Gruppe besser angesprochen werden können. Es ermöglicht Ihnen auch, als Experte auf Ihrem Gebiet aufzutreten und somit eine stärkere Position auf dem Markt einzunehmen.

Rechtsform

Als selbstständiger Immobilienmakler müssen Sie eine geeignete Rechtsform wählen. In Frage kommen Einzelunternehmen, Personengesellschaften (für mehrere Gründer) oder Kapitalgesellschaften (wie die GmbH oder UG). Empfehlenswert ist es, eine Kapitalgesellschaft wie die Unternehmergesellschaft (UG) oder die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zu wählen. Der entscheidende Vorteil hierbei ist, dass im Falle eines Geschäftsrisikos die Haftung auf das Unternehmensvermögen begrenzt ist und Ihr Privatvermögen geschützt bleibt.

Standort

Der Standort spielt für einen Immobilienmakler eine entscheidende Rolle. Ein florierender Immobilienmarkt wie er in Ballungsgebieten vorzufinden ist, bietet mehr Möglichkeiten für Geschäfte und kann das Einkommen positiv beeinflussen. Gleichzeitig sollten Sie aber auch die Konkurrenzsituation am gewählten Standort berücksichtigen, um Ihre Positionierung und Strategie entsprechend anzupassen.

Finanzplan

Eine fundierte Finanzplanung ist für einen Immobilienmakler besonders wichtig, um den finanziellen Herausforderungen der Maklertätigkeit erfolgreich begegnen zu können. Die Erstellung eines detaillierten Finanzplans hilft Ihnen dabei, eine klare Übersicht über Ihre Einnahmen und Ausgaben zu erhalten und somit die finanzielle Tragfähigkeit Ihres Geschäftsmodells zu überprüfen. Besonders zu berücksichtigen ist hierbei, dass die Umsätze eines Immobilienmaklers unregelmäßig und schwer planbar sind. Eine solide Finanzplanung ist notwendig, um finanzielle Engpässe frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Auch bei der Beantragung von Krediten oder Fördermitteln ist ein überzeugender Finanzplan in der Regel unerlässlich. Nicht zuletzt bildet die Finanzplanung die Grundlage für eine erfolgreiche Preisgestaltung und hilft Ihnen dabei, realistische Umsatz- und Gewinnziele zu setzen.

Versicherungen

Um sich vor beruflichen Risiken abzusichern, sollten Sie als Immobilienmakler folgende Versicherungen in Erwägung ziehen:

  • Betriebshaftpflichtversicherung: Diese Versicherung deckt Schäden ab, die Dritten durch Beratungsfehler oder falsche Informationen entstehen können (konkret z.B. mit Blick auf die bauliche Beschaffenheit von Objekten).
  • Rechtsschutzversicherung: Diese Versicherung deckt die Kosten für rechtliche Auseinandersetzungen, die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit entstehen können.
  • Sach- und Inventarversicherung: Diese Versicherung schützt vor Schäden am Büroinventar und an anderen Betriebseigentum.
  • Kfz-Versicherung: Wenn Sie ein Auto für geschäftliche Zwecke nutzen, ist eine Kfz-Versicherung notwendig.
Marketing

Für Immobilienmakler geht es beim Marketing nicht nur darum, Ihre Objekte zu präsentieren, sondern auch die eigene Marke aufzubauen und Vertrauen bei den Kunden zu schaffen. Gutes Marketing hilft zudem dabei, eine Beziehung zu potenziellen Kunden aufzubauen und den Wert des angebotenen Services zu kommunizieren. Die richtige Mischung aus Online- und Offline-Marketingmaßnahmen ermöglicht es Ihnen, Ihre Zielgruppe optimal zu erreichen und Ihr Netzwerk kontinuierlich auszubauen. Gezielte Werbemaßnahmen erhöhen Ihre Sichtbarkeit und erlauben Ihnen sich von der Konkurrenz abzuheben.

In diesem Zusammenhang kann auch Franchising für Immobilienmakler eine attraktive Möglichkeit sein. Als Franchisenehmer können Immobilienmakler von einem etablierten Markennamen, einem bewährten Geschäftsmodell und den Ressourcen eines etablierten Unternehmens profitieren und gleichzeitig selbstständig arbeiten. Wer sich einem Franchise-System anschließt, kann auf eine breite Palette von Knowhow und Unterstützung zugreifen, die Ihnen helfen, Ihr Geschäft erfolgreich aufzubauen und zu führen. Dazu gehören unter anderem:

  • Markenbekanntheit: Ein etablierter Franchise-Name ist oft bereits bei potenziellen Kunden bekannt und vertrauenswürdig, was den Markteintritt und die Kundengewinnung erleichtern kann.
  • Marketingunterstützung: Franchise-Geber bieten in der Regel umfassende Marketingunterstützung an, von Werbekampagnen über Social-Media-Aktivitäten bis hin zu professionellen Verkaufsunterlagen. Das kann Ihnen helfen, sich auf den Verkauf und die Kundenbetreuung zu konzentrieren, anstatt Zeit und Geld in das Marketing zu investieren.
  • Schulungen und Weiterbildung: Viele Franchise-Systeme bieten umfangreiche Schulungsprogramme an, die Ihnen helfen, Ihre Fachkenntnisse zu erweitern und erfolgreich im Markt zu agieren.
  • Zugang zu einem Netzwerk: Als Teil eines Franchise-Systems haben Sie Zugang zu einem Netzwerk von anderen Maklern und Branchenexperten, was den Austausch von Erfahrungen und das Knüpfen von Geschäftskontakten erleichtert.

Mitgliedschaften (IVD oder BVFI)

Ein starkes Netzwerk spielt für einen selbstständigen Makler eine zentrale Rolle und kann maßgeblich zum Erfolg beitragen. Ein guter Weg, um bei der Gründung eines Immobilienbüros neue Kontakte zu knüpfen, ist auch die Mitgliedschaft in einem Berufsverband wie dem Immobilienverband Deutschland (IVD) oder dem Bundesverband für Immobilienwirtschaft (BVFI).

Sowohl der Immobilienverband Deutschland (IVD) als auch der Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI) bieten Existenzgründern Schnuppertarife und vergünstigte Mitgliedschaften an. Im Gegenzug profitieren Sie von vielfältigen Fördermöglichkeiten, wie beispielsweise unterstützenden Marketingmaßnahmen, preisgünstigen Weiterbildungsangeboten oder dem Zugriff auf das exklusive Immobilienportal des Verbands. Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband wird auch von potentiellen Kunden als klarer Qualitätsnachweis wahrgenommen.

Herausforderungen für die Selbstständigkeit als Immobilienmakler

Eine Selbstständigkeit als Immobilienmakler bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, fällt es Ihnen leichter die Selbstständigkeit erfolgreich zu bewältigen. Nachfolgend führen wir nur einige der Herausforderungen auf, die bei einer Selbstständigkeit als Immobilienmakler auf Sie zukommen können:

  • Finanzielles Risiko: Eine Selbstständigkeit ist immer mit einem finanziellen Risiko verbunden, insbesondere in der Anfangsphase, in der die Einnahmen möglicherweise noch gering sind. Das gilt besonders für Immobilienmakler. Es wird immer wieder Flauten geben, in denen Sie nur geringe Einnahmen erzielen können.
  • Akquise von Immobilien und Kunden: Die Akquise von Immobilien und Kunden ist eine zentrale Herausforderung für Immobilienmakler. Sie müssen ein Netzwerk aufbauen und pflegen, um an gute Objekte und Interessenten zu gelangen.
  • Konkurrenzdruck: Die Konkurrenz auf dem Immobilienmarkt ist groß, und Makler müssen sich gegenüber ihren Mitbewerbern behaupten.
  • Arbeitszeiten: Als Immobilienmakler arbeiten Sie oft am Abend oder auch am Wochenende, da Besichtigungen mit Kunden häufig außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeit liegen.
  • Vermarktung und Digitalisierung: Immobilienmakler müssen ihre Objekte bekannt machen. Die Immobilienbranche erfährt durch den Aufstieg von großen Online-Plattformen derzeit jedoch einen grundlegenden Wandel, was Vermarktung der Immobilien und Werbung angeht. Interaktive Videos für ein Exposé, die es Interessenten ermöglichen, einen virtuellen Rundgang durch das Objekt zu unternehmen, werden immer häufiger eingesetzt. Einige große Plattformen verfügen über erhebliche Ressourcen und nutzen das Internet, um sich gegenüber regionalen Maklern durchzusetzen, die sie als Subunternehmer beschäftigen. Dies führt zu einer eingeschränkten Unabhängigkeit für viele selbstständige Immobilienmakler, die zunehmend auf diese Plattformen angewiesen sind und gleichzeitig mit Einnahmeverlusten oder steigenden Fixkosten durch Gebühren konfrontiert werden.

Fazit

Die Selbstständigkeit als Immobilienmakler bietet viele Chancen, bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Ein gut durchdachter Business- und Finanzplan sind entscheidend, um den Weg in die Selbstständigkeit erfolgreich zu meistern. Wichtig ist dabei, die Zielgruppe genau zu definieren und das eigene Netzwerk stetig auszubauen. Dabei können Berufsverbände eine wertvolle Unterstützung bieten. Und mit der richtigen Wahl der Rechtsform ist auch Ihr Privatvermögen vor geschäftlichen Risiken geschützt. Insgesamt gilt: Wer sich gründlich vorbereitet, die Bedürfnisse seiner Kunden versteht und sein Netzwerk pflegt, hat gute Chancen, als selbstständiger Immobilienmakler erfolgreich zu sein.

FAQ

1. Wo arbeiten Immobilienmakler?

Viele arbeiten als selbstständige Immobilienmakler, sie gründen Ihr eigenes Unternehmen und kümmern sich selbst um Akquise, Immobilienbeschaffung und Management. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten:

  • Angestellt: Als Makler können Sie auch in Festanstellung bei Agenturen, Maklerbüros, Sparkassen, Banken oder Wohnungsunternehmen arbeiten.
  • Franchising: Als Franchisenehmer werden Sie Teil eines größeren Netzwerks von Maklern. Durch Zahlungen erhältst du Zugang zu Know-how, Marketingansätzen, Prozessen und teilweise Software.
2. Ist es schwer Immobilienmakler zu werden?

Wenn Sie gerne mit Menschen umgehen, kontaktfreudig sind und Ihre Aufgaben zielorientiert und ambitioniert angehen, erfüllen Sie bereits wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit als Makler. Zudem sollten Sie bereit sein, auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten und am Wochenende für Ihre Kunden da zu sein, um erfolgreich zu sein und sich einen guten Ruf aufzubauen.

3. Kann man einfach Makler werden?

Um als Immobilienmakler tätig zu werden, ist keine spezifische berufliche Ausbildung erforderlich, jedoch müssen diverse formelle Voraussetzungen erfüllt und entsprechende Unterlagen eingereicht werden, um die notwendige Gewerbeerlaubnis gemäß § 34c GewO zu erhalten. Diese Erlaubnis wird bei der zuständigen Kreisverwaltung beantragt. Dem Antrag müssen Personalausweis, Führungszeugnis, eine Auskunft vom Amtsgericht zu möglichen Einträgen im Schuldnerverzeichnis sowie eine Unbedenklichkeitserklärung des Finanzamts beigefügt werden. Zudem sollte man in den vergangenen fünf Jahren nicht wegen Delikten wie Urkundenfälschung oder Betrug verurteilt worden sein.

4. Kann man ohne Ausbildung Immobilienmakler werden?

Ja, es ist möglich, ohne eine spezielle Ausbildung Immobilienmakler zu werden. Allerdings müssen formelle Anforderungen erfüllt und notwendige Unterlagen eingereicht werden, um die erforderliche Gewerbeerlaubnis gemäß § 34c GewO zu erhalten. Dazu gehören unter anderem Personalausweis, Führungszeugnis und eine Unbedenklichkeitserklärung des Finanzamts. Zudem sollten keine relevanten Vorstrafen vorliegen.

5. Wie kann man in die Immobilienbranche einsteigen?

Die essentielle Voraussetzung ist eine Gewerbeerlaubnis gemäß § 34c der Gewerbeordnung. Außerdem sind ein fundiertes Fachwissen, Verständnis für Vertrags- und Grundstücksgesetz sowie bestehende Kontakte im Immobilienbereich und vorliegende Objekte von großer Bedeutung.

6. Welche Vorteile sprechen für die Selbstständigkeit als Immobilienmakler?

Als selbstständiger Immobilienmakler genießen Sie die Freiheit, Ihre Arbeitszeiten und Arbeitsbelastung selbst festzulegen. Die Einstiegshürden sind niedrig, und das erforderliche Startkapital für die Existenzgründung ist gering. Darüber hinaus winken hohe Verdienstmöglichkeiten. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Maklers beträgt etwa 42.700 Euro. Ihr Einkommen als selbstständiger Immobilienmakler setzt sich hauptsächlich aus Provisionen für die Vermittlung von Immobilien zusammen, die beim Hausverkauf bundesweit zwischen 4,76 und 7,14 % liegen.

7. Welche Leistungen sind in der Maklerprovision enthalten?

In der Maklerprovision sind folgende Leistungen enthalten:

  • Bewertung des aktuellen Marktwerts der Immobilie
  • Vermarktung des Objekts, inklusive Erstellung eines Exposés, Anzeigenschaltung und ggf. Home Staging
  • Anfertigung eines Energieausweises
  • Durchführung von Besichtigungsterminen
  • Führung von Verkaufsverhandlungen
  • Überprüfung der Kreditwürdigkeit potenzieller Käufer oder Mieter

Bei einer Vermietung ist die Maklerprovision gesetzlich auf maximal zwei Nettokaltmieten zzgl. Mehrwertsteuer begrenzt. Im Gegensatz dazu ist die Höhe der Provision beim Immobilienverkauf nicht gesetzlich festgelegt. Gemäß den §§ 652 ff. des BGB haben Makler einen Anspruch auf Vergütung für ihre Vermittlungstätigkeit bei Vertragsabschluss. Die genaue Höhe dieser Maklerkosten ist Verhandlungssache, wobei sich in der Branche üblicherweise Provisionssätze von etwa 4 bis 7 Prozent des Kaufpreises etabliert haben.

8. Wer bezahlt den Makler?

Für Vermietungen gilt seit Juli 2015 das sogenannte Bestellerprinzip: Wer den Makler bestellt, muss auch die Provision bezahlen. Die Provisionshöhe ist grundsätzlich Verhandlungssache, Mieter dürfen jedoch maximal zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer an Provision bezahlen.

Für Immobilienverkäufe gibt das Maklercourtage-Gesetz seit Dezember 2020 vor, dass private Käufer bei der Immobilienvermittlung nicht mehr bezahlen dürfen als der Verkäufer. In der Praxis teilen sich Käufer und Verkäufer deshalb die Kosten der Provision. Es gilt die jeweils ortsübliche Provision, die je nach Bundesland zwischen 5-7% liegt.

9. Welche Maklerprovisionen gelten in den einzelnen Bundesländern?

Die Tabelle zeigt die Provisionshöhe je Bundesland.

Bundesland Maklerprovision insgesamt
Baden-Württemberg 7,14%
Bayern 7,14%
Berlin 7,14%
Brandenburg 7,14%
Bremen 5,95%
Hamburg 6,25%
Hessen 5,95%
Mecklenburg-Vorpommern 5,95%
Niedersachsen 7,14 % oder 4,76 – 5,95 %
Nordrhein-Westfalen 7,14%
Rheinland-Pfalz 7,14%
Saarland 7,14%
Sachsen 7,14%
Sachsen-Anhalt 7,14%
Schleswig Holstein 7,14%
Thüringen 7,14%

Quelle: Immobilienscout24

10. Wie sind Maklerverträge abzuschließen?

Das neue Maklerprovisions-Gesetz schreibt neben der Aufteilung der für den Immobilienmakler anfallenden Provision auch vor, in welcher Form der Maklervertrag künftig zu schließen ist. Die bisher mögliche mündliche Form reicht heute nicht mehr aus. Durch die Maklerprovision-Neuregelung ist ein Maklervertrag nur in Textform (z. B. per E-Mail) gültig.

11. Was ist der Unterschied zwischen einem Immobilienmakler und einem Immobilienkaufmann?

Ein Makler fungiert als Vermittler von Objekten wie Häusern, Wohnungen und Grundstücken und bringt Verkäufer und Käufer zusammen. Eine spezifische Ausbildung ist für diese Tätigkeit nicht erforderlich; es genügt der Besitz einer Gewerbelizenz und die Teilnahme an regelmäßigen Weiterbildungen. Im Gegensatz dazu sind Immobilienkaufleute durch eine staatlich anerkannte Ausbildung qualifiziert. Ihr Aufgabenfeld ist in der Regel breiter gefächert als das des Immobilienmaklers und umfasst unter anderem die Begleitung von Bauprojekten, die Durchführung von Kostenkalkulationen und die Beratung hinsichtlich Finanzierungsmöglichkeiten.

 
Michael Mohr

Michael Mohr

Michael Mohr ist Gründer und Inhaber des Online-Verlags Vorlagen-Center (www.vorlagen-center.com). Vorlagen-Center bietet Premium-Vorlagen für den geschäftlichen und privaten Einsatz, beispielsweise für Businesspläne, Arbeitszeugnisse, Bewerbungen und Verträge. Umfangreiches Kaufmanns- und Rechtswissen erlangte Michael Mohr durch zwei Studienabschlüsse, mehreren Stationen als Angestellter in der freien Wirtschaft sowie durch eine Selbstständigkeit als Existenz- und Unternehmensberater. Privat ist er sportbegeisterter Familienvater und hat zwei Söhne.

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