Versicherungen für Selbstständige

von | Mai 28, 2021 | Unternehmensgründung | 0 Kommentare

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Lesezeit: 5 Minuten

Welche sind denn überhaupt notwendig?

Sie sind mutig und wagen den Schritt in die Existenzgründung? Dann sollten Sie neben Kenntnissen in Ihrem Fach und einem ausgereiften Businessplan auch einen angemessenen Versicherungsschutz im Auge haben. Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige. 

Die Basis: Kranken- und Pflegeversicherung

Auch Selbstständige und Unternehmer sind zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtet. Diese kann eine private Versicherung sein oder auch eine gesetzliche, wenn vor der Unternehmensgründung eine Beschäftigung im Angestelltenverhältnis vorlag. Der Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung besteht darin, dass die Familienmitglieder kostenlos mitversichert werden können. Wer gesetzlich versichert ist, verfügt darüber hinaus auch automatisch über eine Pflegeversicherung. Im Gegensatz dazu müssen Selbstständige mit einer privaten Krankenversicherung zusätzlich auch eine Pflegeversicherung abschließen. Die Pflegeversicherung dient zur Absicherung des Risikos, pflegebedürftig zu werden. Alle weiteren Versicherungstypen sind freiwillig, aber einige sind dringend empfohlen. 

Symbolbild für Krankenversicherung - Versicherungen für Selbstständige

© YK – stock.adobe.com

Weitere wichtige Versicherungen im Überblick

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen für Selbstständige und am besten direkt nach der Unternehmensgründung abzuschließen. Diese versichert Existenzgründer gegen eine Berufsunfähigkeit, die sich als Folge eines Unfalls oder einer Krankheit ergibt. Wenn der Fall anerkannt wird, zahlt die Versicherung eine lebenslange Rente in Höhe der vertraglich festgelegten Summe. Je höher diese Summe ist, desto höher ist natürlich auch der monatliche Beitrag. Der Versicherungsfall tritt ein, wenn Sie sechs Monate oder länger am Stück nicht arbeiten können oder Ihr Arzt die Berufsunfähigkeit diagnostiziert. 

Junger Mann beim Orthopäden - Versicherungen für Selbstständige

© DragonImages – stock.adobe.com

Private Haftpflichtversicherung

Wie der Name schon sagt, werden mit dieser Versicherung Haftungsrisiken abgesichert, die von Personenschäden oder Sachschäden herrühren. Ohne diese Haftpflichtversicherung haften Sie im Schadensfall unbegrenzt, was existenzgefährdend sein kann. Für Unfälle im Straßenverkehr mit Ihrem Auto benötigen Sie zusätzlich eine Kfz-Haftpflichtversicherung. 

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung wird auf den Plan gerufen, wenn sich Streitigkeiten mit Kunden, Auftraggebern oder Mitarbeitern ergeben. Kosten für Anwälte und Verfahren steigen schnell in astronomische Höhen. Es gibt Rechtsschutzversicherungen für Unternehmer, die alle Verfahrenskosten abdecken. 

Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung kommt für hohe Kosten auf, die sich etwa in Folge einer Invalidität nach einem Sportunfall ergeben und normalerweise von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Wer nicht viel reist oder keine Risikosportarten betreibt, braucht diese Versicherung für den privaten Bereich nicht unbedingt. Für (seltenere) Unfälle auf dem Weg zur Arbeit gibt es eine freiwillige Versicherung der Berufsgenossenschaften. 

Was sind die wichtigsten betrieblichen Versicherungen für Selbstständige?

Der Schritt der Existenzgründung ist mit vielen Chancen, aber auch mit vielen Risiken verbunden. Diese müssen gegeneinander abgewogen werden und auch Eingang in den Businessplan finden. Die größten Risiken sollten durch kluge Wahl der nötigen Versicherungen für Selbstständige abgefedert werden. 

Businessplan-Paket Existenzgründung / Startup

Die Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung wird immer dann auf den Plan gerufen, wenn Personen wie etwa Kunden oder Lieferanten Schaden nehmen, weil Sie selbst oder Ihre Mitarbeiter einer betriebsbedingten Arbeit nachgegangen sind. Der Versicherer kommt auch dann für den Schaden auf, wenn auf dem Firmengelände jemand stürzt, weil ein Weg nicht hinreichend gesichert wurde. Erstattet werden in solchen Fällen sowohl die Kosten für die medizinische Behandlung als auch für den Neuerwerb oder die Reparatur von beschädigten Wertgegenständen. 

Kellnerin schüttet aus Versehen Kaffee auf eine Kundin

© pressmaster – stock.adobe.com

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die entstehen, wenn Sie bei Ihren Kunden einen großen Vermögensschaden auslösen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie als Selbstständiger im IT-Bereich für ein Unternehmen ein Programm entwerfen und installieren, das fehlerhaft arbeitet und Schäden verursacht, die mit einem hohen finanziellen Aufwand behoben werden müssen. Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung kommt, wie der Name schon sagt, nur für Vermögensschäden auf, nicht für Sachschäden oder Personenschäden. Sie ist deshalb vor allem für IT-Dienstleister, Berater oder auch Architekten sinnvoll. 

Die Betriebsunterbrechungsversicherung

Diese Versicherung ergibt für Selbstständige dann Sinn, wenn Sie abhängig sind von Waren, die Sie produzieren und verkaufen wollen oder von Räumlichkeiten, die Sie dringend benötigen, um Ihr Einkommen zu erzielen. Der Versicherer übernimmt dann temporär die Kosten für ausstehende Löhne, Sozialausgaben, Mieten und den entfallenen Umsatz, wenn ein Schaden den laufenden Betrieb verunmöglicht oder Ihnen die Benutzung Ihrer Räumlichkeiten verwehrt. Als Auslöser für diesen Schaden sind Feuer und Sturm, aber auch Diebstahl und Raub sind mitversichert. 

Feuer in einem Lagerraum

© Andrey Popov – stock.adobe.com

Die Geschäftsversicherung

Während die Betriebsunterbrechungsversicherung nur die laufenden Kosten in der Phase des Betriebsstillstandes übernimmt, kommt die Geschäftsversicherung für alle Sachschäden an beweglichen Dingen auf, die sich als Folge eines Brandes oder einer Explosion ergeben. Auch ein Sturm, ein Einbruchdiebstahl oder etwa ein Rohrbruch zählt zu den Auslösern der Fälligkeit der Geschäftsversicherung. Da das Gebäude selbst nicht mitversichert ist, sollten Sie den Wert der beweglichen Teile in Ihrem Betrieb überschlagen, um zu überprüfen, ob Sie eine Geschäftsversicherung in Betracht ziehen wollen. 

Weitere Zusatzversicherungen benötigt?

Neben diesen genannten Versicherungstypen gibt es noch weitere Varianten wie etwa eine Glasversicherung, eine Transportversicherung oder aber eine Cyberversicherung, die je nach Ausrichtung Ihrer betrieblichen Tätigkeit viel oder wenig Sinn ergeben. Hier gilt es, sich bei der Existenzgründung nochmal genau Gedanken darüber zu machen, welche Probleme möglicherweise auftreten können. 

Mann unterschreibt Versicherungsvertrag

© fizkes – stock.adobe.com

Nutzen- und Kostenfaktor der Versicherungen für Selbstständige abwägen

In der Phase der Existenzgründung fallen sämtliche Kosten schwerer ins Gewicht als zu einem späteren Zeitpunkt. Deshalb sollte man es sich als angehender Unternehmer gut überlegen, welche Versicherungen für Selbstständige wirklich benötigt werden und welche überflüssig sind. Zum Beispiel benötigen Sie nicht unbedingt eine Cyberversicherung, wenn Sie Waren nur stationär verkaufen und keinen Onlineauftritt haben. Anders sieht es aus, wenn Sie im Internethandel tätig sind. Dann kann es unter Umständen sinnvoll sein, diese Versicherungsart im Businessplan für die E-Business-Gründung festzuhalten. Auch ergeben sämtliche Sachversicherungen nur dann einen Sinn, wenn Sachschäden anzunehmen sind, die enorme finanzielle Kosten verursachen. 

Businessplan-Paket E-Commerce

Grundsätzlich sollten Sie sich also zu Beginn der Unternehmensgründung folgende Fragen stellen, wenn es um Versicherungen für Selbstständige geht: 

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Schadensfälle auftreten? 
  • Welche Risiken sind mit der Ausübung meiner beruflichen Tätigkeit verbunden? 
  • Wie hoch kann der Schaden in diesen Fällen ausfallen? 
  • Wie hoch sind die Kosten der Versicherung? 

Prüfen Sie auch nach Abschluss der Verträge in regelmäßigen Abständen, ob die jeweiligen Versicherungen noch benötigt werden und ob es vielleicht mittlerweile preiswertere Alternativen gibt. In der Phase der Unternehmensgründung gibt es bei Gewerbeversicherungen oftmals besondere Konditionen und Rabatte. Sondieren Sie vor Vertragsabschluss gründlich den Markt. Wenn Sie Ihr Gewerbe ausbauen und um weitere Bereiche erweitern, sollten Sie auch Ihre Versicherungsverträge daraufhin überprüfen, ob weiterhin alle erwartbaren Schäden abgedeckt sind. Wenn nicht abzusehen ist, wie sich Ihr Unternehmen entwickeln wird, sollten Sie darauf pochen, keine zu langfristigen Verpflichtungen einzugehen. So haben Sie am Ende des Tages sowohl bezüglich des Versicherungsschutzes als auch bezogen auf die Kostenstruktur ein gutes Gefühl.


Bildquelle Beitragsbild: © motorradcbr – stock.adobe.com

 

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